Fahrzeuge - Pro Bahn Vorarlberg
Pro Bahn Vorarlberg
 
 
 
 

 

Dieser Wagen befindet sich im Eigentum unseres Vereines und dient als Vereinslokal am Bahnhof Wolfurt.

Postwagen der Serie 50 81 00 70 200 bis 209 (vormals 50 81 00 40 200 bis 209)

Wagennummer: 50 81 00 70 207

Postwagen mit Dienst- und einem Packraum, Garderoberaum, Abort sowie einer separaten Bremsplattform.

 

 

Hauptabmessungen:  

 

Spurweite

1.435 mm

Radstand im Drehgestell

2.500 mm

Drehzapfenabstand

19.000 mm

Untergestell-Länge über Kopfstück

25.100 mm

Kastenlänge über Stirnwandbleche

26.100 mm

Gesamtlänge über Puffer

26.400 mm

Kastenbreite über Seitenwandbleche

2.825 mm

Wagenhöhe über Schienenoberkante

4.050 mm

Eigengewicht des Wagens

38 t

Ladegewicht im Dienstraum

6 t

Ladegewicht im Packraum

13 t

Ladefläche im Packraum

20 m2

Baujahr

1974

 

Laufwerk: 

Die Radsätze hatten ursprünglich Leichtradsätze der Type VR0 mit 950 mm Laufkreisdurchmesser. Die Räder waren als Scheibenräder aus Spezialstahl mit aufgezogenen Radreifen ausgebildet. Die Achsschenkel sind zur Aufnahme von Zylinderrollenlagern WJ + WJP 120 * 240 ausgebildet. Die Achslagergehäuse sind aus Sphäreguss hergestellt und nehmen außer den vorerwähnten Rollenlagern auch die Führungstöpfe auf. Auf jeder Achse sind zwei Bremsscheiben aufgepresst. Die Radsätze sind statisch und dynamisch gewichtet. Heute sind die Radsätze mit Monoblock-Radscheiben bestückt. 

Untergestell: 

Das Untergestell ist eine zur Gänze geschweißte Rahmenkonstruktion aus gewalzten Stahlprofilen bzw. Stahlblechen. Der Hauptquerträger ist als Kastenträger ausgebildet. Der Rahmen ist zweckentsprechend mit kräftigen Längs-, Diagonal- und Querträgern versehen. Die für den späteren Einbau der UIC-Mittelpufferkupplung notwendige Trägerkonstruktion ist im Untergestell eingebaut. Der mit dem Untergestell verschweißte Blechboden besteht aus einem wellenförmig gekanteten 1,5 mm starken Stahlblech. Im Abort ist der Wellblechboden 2 mm stark.  

Drehgestell SGP V S: 

Das Drehgestell entspricht in seinen Bauteilen den UIC-Vorschriften, wobei auch auf den freizuhaltenden Raum für die Mittelpufferkupplung Bedacht genommen wurde. Die eingebaute Scheibenbremseinrichtung erlaubte bei 1000 m Signalabstand eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h. Durch den Einbau einer Magnetschienenbremse im Jahr 1991 konnte diese Geschwindigkeit auf 160 km/h gesteigert werden. Die Bezeichnung des Wagens änderte sich von 40 207 auf 70 207. 

Zug- und Stoßvorrichtung: 

Der Wagen besitzt an jedem Ende eine mit Uerdinger-Ringfedern gefederte, nicht durchgehende Zugvorrichtung mit 65 mm Hub und 48 t Endkraft. Die Bruchlast am Zughaken beträgt 100 t in der Schraubenkupplung 85 t gemäß UIC-Vorschriften. Die Stoßvorrichtung besteht aus vier Hülsenpuffern nach UIC-Vorschrift mit Uerdinger-Ringfedern. Die Endkraft beträgt bei 110 mm Hub ca. 32 t. Die Gesamtlänge des Puffers beträgt 650 mm. 

Bremse: 

Der Wagen ist mit einer Druckluftbremse, mit einem Steuerventil der Bauart Oerlikon (O-PR-A) und automatischer Lastabbremsung der Firma Knorr ausgerüstet. Die Handspindel-Ausgleichsbremse ist von der hiefür geschaffenen Bremsplattform durch ein Handrad zu betätigen. Die Handbremse wirkt auf ein Drehgestell. Auf jeder Achse befinden sich zwei Bremsscheiben mit einem Außendurchmesser von 640 mm und einer Breite im Neuzustand von 110 mm. Für die Betätigung der Scheibenbremse ist je Achse ein Bremszylinder mit eingebautem, automatischem Bremsgestängesteller vorhanden. An jeder Achse befindet sich ein Gleitschutzgeber. Ursprünglich war ein Gleitschutz der Firma Oerlikon eingebaut, der drehgestellselektiv arbeitete. Mit der Großrevision im Jahr 1991 wurde die alte Gleitschutz - Elektronik samt Achsgeber durch eine achsselektive Anlage der Firme Knorr ersetzt und der Wagen bekam eine Magnetschienenbremse (nun O-PR-Mg-A) zur Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit. Ebenfalls kam eine Notbremsüberbrückung zum Einbau.

Heizung:

Der Wagen besitzt eine Warmluftheizung die entweder von der Zugsammelschiene (Zugheizung) mittels Heizkiste oder mit zwei Webastogeräten beheizt wird. Das Speisen der Zugsammelschiene ist mit allen UIC-konformen Heizspannungen zulässig. Die Webastoanlage wird mit Heizöl betrieben, die Vorratsbehälter fassen 200 Liter Öl und der Verbrauch der Anlage beträgt pro Stunde etwa 2 - 3 Liter. Das Dienstabteil kann geheizt werden. Bei den Wagen 206 – 209 ist es möglich, den Gepäckraum mittels zwei zusätzlicher Heizklappen im Warmluftkanal (Betätigung durch zwei Schalter im Raum –  linke und rechte Wagenseite) und acht Luftauslässen im Dachbereich zu erwärmen.

Elektrische Anlage:

Es gibt zwei 24 Volt Bleibatteriesätze, die die gesamte Wagensteuerung, das Licht und die Gebläsemotoren der Warmluftheizung versorgen. Geladen werden die Batteriesätze entweder durch zwei Drehstromgeneratoren mit Laderegler, welche an der Achse 1 und 2 befestigt sind, oder durch ein statisches Ladegerät, das mittels 230 Volt aus dem normalen Haushaltsnetz versorgt wird. Das Fahrzeug besitzt seit Ende 2006 eine zusätzliche 230 Volt Ebene (Einbau durch den Verein), die die Versorgung von diversen Küchengeräten und der Medienanlage übernimmt und von außen mittels 400 Volt Anschluss betrieben wird. Diese Versorgung ist  nur im Stillstand nutzbar.

Farbgebung bei Ablieferung:

Wagenkasten:

RAL 6009      tannengrün

Dach:

RAL 7001      silbergrau

Untergestell:                

RAL 9005      tiefschwarz

Farbgebung von 1981 bis 1991:

Wagenkasten und   Dach:

RAL 1014      elfenbein

Fensterband und Zierstreifen:

RAL 2002      blutorange

Untergestell:

RAL 9005      tiefschwarz

Farbgebung aktuell:                       

Wagenkasten:            

RAL 1033      dahliengelb

Untergestell, Dach und Fensterband:

RAL 7022      umbragrau 

Alle Daten aus der „Technischen Beschreibung“ der Simmering-Graz-Pauker AG

 

Außenansicht

Außenansicht des Postwagens.

 

Blick ins Wageninnere

Blick ins Wageninnere

Blick ins Wageninnere.

 

Text: Markus Rabanser, Robert Köfler
Bild: Robert Köfler

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