|
Der heutige MBS-Triebwagen ET 10.104 wurde von der Gottfried Lindner
AG in Ammendorf bei Halle an der Saale im Jahr 1935 mit der
Fabriknummer 55362 als Dieseltriebwagen in Betrieb gestellt.
Unter der Ägide der Deutschen Reichsbahn verkehrte der Triebwagen
zuerst mit der Betriebsnummer VT 137 144. Den ersten Betriebstag
absolvierte er am 20. Dezember 1935 und wurde in der Folge vom
Bahnbetriebswerk Landau (Pfalz) aus eingesetzt.
Am 15. Oktober 1947 erfolgte die Umzeichnung zum VT 63 907. Danach
war der Triebwagen in Nürnberg stationiert. Am 31. Dezember 1959
erfolgte die Abstellung des Fahrzeuges, der erst am 30. März 1962
die formelle Ausmusterung folgte.
In den Jahren 1961 und 1962 erwarb die Montafonerbahn AG insgesamt
drei ausgemusterte Dieseltriebwagen der Baureihe VT 63 von der
Deutschen Bahn. Im Einzelnen handelte es sich dabei um den VT 63
905, VT 63 906 (beide wurden am 24. Juli 1961 erworben) sowie um den
bereits genannten VT 63 907 (Kauf am 24. September 1962).

Aus dem ex-VT 63
905 der DB entstand der ET 10.103 der MBS, hier im Juli 1961 in
Hoßkirch-Königsee.
Noch vor dem Verkauf an die MBS wurden die nicht mehr benötigten
Dieselmotoren ausgebaut. Die von der MBS eingebauten
Stromkomponenten wurden von der Firma AEG aus Berlin geliefert.
Der ehemalige VT 63 905 wurde in den Folgejahren in der Werkstätte
Schruns zum Zweisystemtriebwagen umgebaut und unter der Nummer ET
10.103 im Jahr 1965 auf der Montafonerbahn in Betrieb genommen. Die
MBS hatte damals noch eine Stromspannung von 850 Volt Gleichstrom,
für die Ein- und Ausfahrt aus dem ÖBB-Bahnhof Bludenz musste der
Triebwagen jedoch auch bei einer Spannung von 15 kV Wechselstrom für
16 2/3 Hz fahren können. Deshalb erfolgte der Umbau zum
Zweisystem-Fahrzeug.
Am 6. März 1972 erfolgte die Umstellung der MBS-Fahrleitung auf die
auch von den ÖBB verwendeten 15 kV Wechselstrom.
Der ehemalige DB VT 63 907 wurde erst einige Jahre nach dem VT 63
905 in der Werkstätte Schruns umgebaut. Seine Inbetriebnahme
erfolgte im September 1974. Aus diesem Grund konnte er von
vornherein als reiner Wechselstrom-Triebwagen gebaut werden.

Der ET 10.104 in
Bludenz am 10.8.1978

Der ET 10.104 in
Vandans am 10.8.1978
Der ehemalige VT 63 906 diente nur als Ersatzteilspender und wurde
nach Beendigung der Umbauarbeiten an den MBS ET 10.103 und 10.104
verschrottet.

MBS ET 10.104 am 3. Mai 1989 zwischen Lorüns und St. Anton im
Montafon.
Durch die Inbetriebnahme neuer Triebwagen konnte bei der MBS auf den
Einsatz der mittlerweile in die Jahre gekommenen Triebwagen ET
10.103 und 10.104 verzichtet werden.

MBS ET 10.104,
zwischen Kaltenbrunnen und Tschagguns, 09.07.2008
Pro Bahn Vorarlberg hält den ET 10.104 in
betriebsfähigem Zustand, möglich gemacht wurde uns dies durch die
Firma
Rhomberg Bau, in deren Halle wir die Triebwagen zur
Aufarbeitung
unterstellen durften.
Wir bieten mit unserem ET 10.104 auch Sonderfahrten an,
Interessenten schreiben uns bitte eine Email.

Sonderfahrt
anlässlich eines 60. Geburtstages am 9.7.2008

Innenansicht des Postwagens
Technische Daten
|
Achsfolge: |
B0’ B0’ |
|
Eigengewicht:
|
42,7 t |
|
Länge über Puffer: |
22,08 m |
|
Stundenleistung: |
328 kW |
|
V/max: |
100 km/h |
|
Anzahl Sitzplätze: |
64 |
Text: Markus Rabanser
Bild: Markus Rabanser, Robert Köfler
Zurück zur Auswahl >
|